Archiv für das Jahr: 2015

Kerning 4.0

Architekten machen Typografie: Immer schon ein Quell großer Freude, bestehend aus feinster Schriftwahl (auch „Buschstabenwahl“), sauber geplantem Kerning und preisverdächtigen Proportionen.
Im Bild ein Beispiel. Danke!

kerning

Neue Grafik für Neue Musik

Salzburg macht ja in erster Linie durch althergebrachte Themen von sich reden. So ist es kein Wunder, dass auch das Bild in der Öffentlichkeit nicht gerade das progressivste ist. Neben Mozart, Festspielen und Altstadt gibt es aber auch Kontrapunkte die sich auf hohem Niveau bewegen.

The excellent œnm has performed several of my works with great distinction. Their performances were absolutely first rate, meint etwa Steve Reich – einer der bekanntesten Vertreter des Genres minimal music – über das Österreichische Ensemble für Neue Musik. Und genau für dieses Ensemble haben wir eine grafische Entsprechung ihres Tuns entwickelt.

Der bestehenden Wortmarke „oenm“ haben wir zur adäquaten Eigenständigkeit verholfen. Die Idee: die Trennung von „o“ und „e“ durch die Verwendung der Ligatur œ aufheben. Da diese im deutschen Sprachgebrauch in erster Linie im Wort Œuvre Einsatz findet – mit dem das Lebenswerk auch von Musikern bezeichnet wird – war auch der gewünschte Konnex zur Musik hergestellt. Aufgelegt quasi.

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Pragmatik vs. Nachkommafetischismus

Im Grafik Design geht es zum Einen natürlich um Ästhetik. Genauso wichtig sehen wir aber die Pragmatik unserer Ergebnisse. Also wie weit das Ganze ver-, anwend- und erweiterbar ist.

Dabei sind wir keine großen Fans von verschriftlichten Regelwerken. In manchen Fällen hat ein Corporate Design-Manual allerdings schon seine Berechtigung. In einem aktuellen Fall, weil die europaweite Firmenstruktur recht komplex ist und die bisher gepflegte liberale Kultur im Bereich des Logos unerwünschte Stilblüten hervorgebracht hat.

Innerhalb eines solchen Manuals ist es gängig, die Logoproportionen und die Positionierung auf Layouts zu definieren.

Und da wählen wir einen möglichst pragmatischen Weg …

pragmadick1-thumb

… andere sind dafür sehr genau unterwegs*

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* und das stammt nicht etwa von einem Grafiklehrling, der es noch nicht besser wissen kann, sondern von einer großen Agentur.

zum Nulltarif

Diesen Zeitungsartikel…

kreativität

…widmen wir der Firma H. vom Wachtberg, die uns zu einem einstündigen, professionell vorbereiteten Gespräch mit mehrseitigem Briefingmanuskript eingeladen und sich geduldig angehört hat, was wir fachlich Seite für Seite dazu zu sagen haben, um dann auf der letzten Seite zu offenbaren, dass sie sich eine Gratispräsentation erwartet. O-Ton: „Wir wollen einen Wettbewerb und wenn wir jeden dafür bezahlen, bleibt uns kein Geld mehr für die Umsetzung.“

Und den drei Kollegen/Mitbewerbern, die – laut Auskunft der Firma H. – gratis mitgemacht haben, widmen wir ihn auch.

Mahatma Schodermayr

Michael Schodermayr begleitet uns (und wir ihn) schon lange: Friedensdorf International, seine Arztpraxis, die ALLIANZ für KINDER, ein Albanienbuch, Christof auf Hilfseinsätzen in Albanien…
Jetzt hat er nach ein paar Jahren im Steyrer Gemeinderat sein Sozial-Stadtrat-Büro bezogen. Und er hat es 1. handwerklich selbst (wie anzunehmen war) und 2. amts- und politikuntypisch (wie anzunehmen war) gestaltet. Wir haben die Typografie zu den Botschaften geliefert – für die Bildergalerie „seiner“ Allianz-Kinder und seiner „eigenen“, für die UN-Kinderrechtskonvention auf der Innentür und sein Statement auf der Außentür.

mahatma

Mahatma bedeutet übrigens „große Seele“.

Magic Fruits

Im April 2010 haben wir begonnen für Hermann Trappmaier – Geschäftsführer der MagicFruits GmbH – zu arbeiten. Das Produktportfolio schien auf den ersten Blick wenig aufregend: getrocknete Früchte. Von Gefriertrocknungsprozessen, Folienbeschaffenheiten, bestimmten Schutzatmosphären, Mengenäquivalenten, Shelf placement, Preisgestaltung, Packaging-Varianten etc. hat Hermann uns dann beim ersten Gespräch erzählt. Wir verstanden natürlich nur die Hälfte davon, wussten im Anschluss aber, dass hinter manch scheinbar banalem Produkt ein gehöriges Maß Know-How steckt. Die zu dieser Zeit anstehenden Änderungen der Firmenstruktur brachten auch den Wunsch nach einer Neuausrichtung des Erscheinungsbilds mit sich. Im Zentrum stand dabei die Produktverpackung. Und im Lauf der Zeit haben wir das Corporate Design in all seinen Ausprägungen neu definiert:

magic

Und: nein, Mushrooms sind nicht im Sortiment…

OÖ Landesausstellung 2012

„Verbündet – Verfeindet – Verschwägert“ lautet der Titel der heurigen Landesausstellung in Oberösterreich, die an den Standorten Braunau/Ranshofen, Mattighofen und Burghausen stattfindet. Sie behandelt die österreichisch-bayrischen Beziehungen der letzten Jahrhunderte. Die Ausstellungsgrafik*) im Schloss Ranshofen haben wir beigesteuert. Und wir finden der enorme Aufwand hat sich voll gelohnt – vor allem auch weil die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten (Kunden, Projektpartner, Ausstellungspersonal, Handwerker aller Arten, Lieferanten…) extrem angenehm war!

landesausstellung

Fotos ©Klaus Pichler

Inhaltliche Konzeption Dr. Elisabeth Vavra
Ausstellungsarchitektur pla.net architects
Dioramen Wunderkammer
BarrierefreheitKinderschieneVermittlung prenn_punkt Dr. Doris Prenn

*)Unsere Beiträge: typografisches Konzept | Systematik der Bilddarstellung | Hofgestaltung (Portal & Wandverkleidungen) | Leitsystem im Außenbereich (demontier- und umbaubares Baukastensystem zur Weiterverwendung bei weiteren Ausstellungen) | Wegführung durch die Ausstellung | Wandflächen (Textilbespannungen, Tapeten) | Böden (bedruckte Teppiche) | Raum-, Bereichs- und Objekttexte | Umsetzung Reproduktionen | Umsetzung taktile Stationen | Illustrationen | Wandfiguren | Fotostation | Steckkulissen | Spielstationen | Stoffbezüge | Wandzitate | Globen | Grafikelemente für Projektionen | Detaillayouts | Betreuung Produktionsumsetzung

Dank an die aufopferungsvollen, zeitweise „lebens“rettenden, mitdenkenden, hochflexiblen undundund… Lieferanten: Lang+Lang und reproduce.

Ein Besuch ist bis 4. November 2012 möglich – wir freuen uns über Rückmeldungen.

Und das Wichtigste: der Chef ist auch zufrieden…

Aja…

Manchmal trifft man – in diesem Fall nach mehr als 20 Jahren – alte Bekannte und braucht einen mehr oder weniger langen Moment, bis man sich erinnert, wer sie sind und wo man sie einordnen soll. Und man wundert sich, dass sie überhaupt noch vorhanden sind.

aja

So ist es mir mit den Piktogrammen gegangen, die ich irgendwann einmal (wahrscheinlich Ende der 80er-Jahre) für die Lebenshilfe Steyr gemacht habe.

Und meist freut man sich dann, die alten Bekannten wiederzutreffen.