11.00 TypoHall: Stefan Sagmeister, seit 17 Jahren in New York und obwohl schon oft gehört, immer noch faszinierend. Abartig gut. Alle sieben Jahre ein kundenfreies Jahr. Zumindest bei dem, was er hergezeigt hat, befreit von Kundenwünschen. „Machen Sie irgendwas. Am besten einen Satz aus Ihrem Tagebuch“. Und dann macht er was. Und sieht’s als Design („Design has to work.“) und nicht als Kunst („Art not.“). Erzählt, was er im Leben gelernt hat und wird trotzdem nicht öd und grundsätzlich, sondern bleibt höchst anhörbar und praktisch. Neben all seinen „unerzwungenen“ Projekten zeigt er ein „kommerzielles“: für ein Konzerthaus in Porto. Und beweist quasi beiläufig, dass diese Projekte nicht das kommerzielle, lustlose Flaggschiff für die „geilen“ Projekte ist. Einfach genial – Inhalt und Form im Corporate Design in Vollendung.
Zum Nachschaun: Sagmeister Inc., Ausdemlebenlernen
Dann der Dietmar Henneka als „alter“ Fotograf Nummer 1. Irgendwie löst er ein, was ich bei Kurt Weidemann vermisst habe: persönlich, untergriffig, deutlich und für all das qualifiziert. Deutlich weniger gut zurechtkommend mit der „neuen“ Zeit der zweite „alte“ Fotograf: Jim Rakete.
Zwischendurch „Meet&Greet®“ mit Stefan Sagmeister. Das Frage-Antwort-Spiel mit dem Publikum bestätigt, was im großen Vortrag mein Eindruck war: Der ist so, wie er sich darstellt – oder: wie’s ausschaut. Wie hätten’s die beiden Fuenfwerker gestern nur unter Mühen richtig nicht aussprechen können: Authentizität halt.

Nachsatz zum Weidemann (in der Bildmitte): Auch wenn der Vortrag mir zu öd war und der Auftritt beim TypoFight vom unlustigen Erik Spiekermann und dem aufgedrehten Fidel Peugeot überdeckt war: Bier vernichtet er mit 86 galant im großen Stil. Chapeau!
Und am Abend Edward „Ed“ Benguiat …: Auch so ein guter „Alter“ – feiner NYC-Humor, abgeklärt und qualifiziert. Schöner Abschluss.

Donnerstag, 7. April 2011 um 0.11 Uhr
[…] Großer. Und Beindruckender. Tot. 2008 noch erlebt. Beitrag […]